Auch Pippi Langstrumpf hat es erwischt. Wie bekannt ist, fuhr ihr Vater mit seinem Schiff zu den menschenfressenden Negern und wurde da Häuptling. Jetzt müssen die Langstrumpfbücher umgeschrieben werden. Dabei war das Vorbild für Vater Langstrumpf gar nicht bei den Negern.
Er hieß in Wirklichkeit Erich Retzlaff, ein Postbeamter, und stammte aus Stettin. (Er war nicht mit dem gleichnamigen Fotografen verwandt.) 1906 fuhr er nach Samoa, damals deutsch besetzt. Die deutsche Verwaltung war freundlich und beliebt. Die Samoaner haben nichts mit Afrika zu tun, sie sind Polynesier, also Eurasier, und stammen ursprünglich aus Taiwan. Ihre dunkle Hautfarbe ist der Sonne geschuldet. Sie fressen auch keine Menschen.
Herr Retzlaff brachte eine Kiste mit Telefonen mit und baute ein Telefonnetz auf. Die Samoaner waren zufrieden und konnten fortan telefonieren. Und weil sie seinen Namen schlecht aussprechen konnten, nannten sie ihn Telefoni. Noch heute leben seine Nachfahren auf Samoa. Der Premierminister, Hermann Theodor Retzlaff, ist sein Enkel.
Ernst Retzlaff wurde auch nicht Häuptling. Das war sein Sohn, der eine Samoanerin heiratete und den Titel „Misa“ bekam, und der Premierminister führt auch immer noch den Beinamen „Misa Telefoni“.